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Segelarten auf der Yacht: Großsegel, Fock, Genua und Spinnaker beim Charter
Segelführer6 Min. Lesezeit

Segelarten auf der Yacht: Großsegel, Fock, Genua und Spinnaker beim Charter

Die typische Charteryacht in Masuren ist eine Slup mit Großsegel und Fock oder Genua. Was die Segel unterscheidet, wozu sie dienen und welche du beim Charter kaum antriffst.

Das NaCzarter-Team

· Aktualisiert

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Wie viele Segel hat eine Charteryacht, und wie heißen sie

Die typische Charteryacht in Masuren ist eine Slup: ein Mast, ein Großsegel und ein Vorsegel. Hinter dem Mast steht das Großsegel, vor dem Mast die Fock oder die größere Genua. Für Kurse vor dem Wind gibt es Gennaker und Spinnaker, auf einer Charteryacht fehlen sie meist. Auf dem Wasser zählt weniger das Vokabular als die Fähigkeit, das Groß zu reffen und die Fock einzurollen.

So ist fast jedes masurische Charterboot aufgebaut, vom kleinen führerscheinfreien Boot bis zur Yacht für zehn Personen.

Das Großsegel und seine Teile

Das Großsegel steht hinter dem Mast, zwischen Mast und Baum. Seine Vorderkante, das Vorliek, läuft in der Mastnut oder auf Rutschern am Mast hoch. Die Unterkante entlang des Baums ist das Unterliek. Die Hinterkante heißt Achterliek, auch freies Liek, weil es keine Stütze hat und am stärksten arbeitet. Damit es nicht flattert, hat es Taschen für Latten, flache, federnde Stäbe aus Laminat, die das Profil halten.

Die Ecken heißen Hörner. Der Kopf geht am Fall nach oben. Der Hals sitzt am Mast, am Lümmelbeschlag. Das Schothorn sitzt am Ende des Baums, an der Nock. Baum, Mast und Cockpit beschreibe ich im Text über die Bezeichnungen der Yachtteile.

Reffen heißt, die Segelfläche verkleinern. Am Groß geht das so: Du fierst das Segel bis zur nächsten Reffreihe und hängst den neuen Hals in das Reffhorn am Mast. Dann holst du die Reffleine durch, die das neue Schothorn zum Baum zieht. Das überschüssige Tuch bindest du mit Reffbändseln oder lässt es in den Lazyjacks liegen. Auf Charteryachten refft man am Mast oder aus dem Cockpit, wenn Fallen und Reffleinen dorthin geführt sind. Wann ein Reff fällig ist und wie es Schritt für Schritt geht, steht im Ratgeber zum Reffen.

Lazyjacks sind ein Netz dünner Leinen vom Mast zum Baum. Beim Bergen legt sich das Groß auf den Baum, statt ins Cockpit und über Bord zu fallen. Für eine Zweiercrew eine große Erleichterung. Die Falle: Beim Setzen den Bug genau in den Wind halten, sonst verhaken sich die Latten in den Leinen. Viele Segelboote auf NaCzarter haben Lazyjacks und Rollfock; das steht in der Ausrüstungsliste der Yacht.

Fock und Genua: der Unterschied

Fock und Genua sind Vorsegel. Sie stehen am Vorstag, dem Stahldraht vom oberen Mast zum Bug. Die Fock passt in das Dreieck zwischen Vorstag, Mast und Deck, ihr Achterliek reicht nicht bis zum Mast. Die Genua ist größer und reicht hinter den Mast; Segler sprechen von Überlappung. Ihre Schoten laufen außen an den Wanten vorbei. Bei wenig Wind bringt die Genua deutlich mehr Vortrieb. Bei viel Wind wird sie schwer zu bedienen und macht die Wende langsamer: Viel Tuch muss vor dem Mast auf die andere Seite, und das Tuch bleibt gern an den Salingenden hängen, das Schothorn mit den Schoten an den Wanten. Was das Vorstag und den ganzen Mast hält, beschreibe ich im Text über Vorstag, Wanten und Achterstag.

Auf den meisten Charteryachten steht das Vorsegel auf einer Rollanlage. Die Rollfock ist eine Fock oder Genua, aufgewickelt auf ein Profil, das sich um das Vorstag dreht. Ausrollen mit der Schot, einrollen mit der Rollleine aus dem Cockpit, ohne aufs Vordeck zu gehen. Man kann sie auch teilweise einrollen, das wirkt wie ein Reff, nur ist das Profil dann bauchig und die Yacht läuft schlechter Höhe. Vor dem Hafen, vor Manövern unter Motor und für die Nacht rollst du die Fock ganz ein. Bei auffrischendem Wind verkleinerst du beide Segel schrittweise, damit die Yacht im Gleichgewicht bleibt.

Spinnaker und Gennaker: Segel für Kurse vor dem Wind

Vor dem Wind und auf tiefem Raumschotskurs steht die Fock im Schatten des Großsegels und arbeitet nicht mehr. Der Spinnaker ist ein großes, symmetrisches, ballonförmiges Segel aus leichtem Nylon an eigenem Fall. Der Spinnakerbaum drückt ein Horn nach Luv; oben hält ihn der Toppnant, unten der Niederholer. Gesteuert wird mit Brasse und Schot. Das braucht mehrere eingespielte Leute und gute Absprachen. Der Gennaker ist sein asymmetrischer, einfacherer Verwandter. Der Hals sitzt am Bug oder an einem kurzen Bugspriet, ohne Spinnakerbaum, und das Segel arbeitet wie eine sehr große, bauchige Genua. Setzen und Bergen sind leichter, meist mit Bergeschlauch.

Beim Charter fehlen beide in der Regel. Der Vercharterer riskiert teures Segel und Rigg, die Crew auf ihrem ersten Törn Finger und eine Beule vom Spinnakerbaum. Ein Spinnaker im Wasser wird zum Sack, der die Yacht bremst und schwer zu bergen ist. In Masuren dreht der Wind zwischen den Inseln, und die Route ändert ständig die Richtung. Die meisten Crews segeln vor dem Wind daher mit Groß und Fock, manchmal mit der Fock im Schmetterling, also auf der dem Groß gegenüberliegenden Seite. Welche Kurse raum und welche hoch am Wind sind, erkläre ich im Ratgeber zu den Kursen zum Wind.

Sturmsegel: Sturmfock und Trysegel

Die Sturmfock ist ein kleines Vorsegel aus dickem, stark verstärktem Dacron, oft orange, damit man sie in der Welle sieht. Auf einer Yacht mit Rollfock steht sie meist an einem zusätzlichen Innenstag. Das Trysegel ersetzt das Groß: kleine Fläche, ohne Baum gesetzt, die Schoten laufen direkt an Deck. Das sind Hochseesegel. In Masuren sieht man sie selten, auf einer Charteryacht praktisch nie. Ihre Aufgabe übernehmen die Reffs im Groß und eine auf Taschentuchgröße eingerollte Fock. Wenn es so weht, dass du an Sturmsegel denkst, bleibst du im Hafen. Śniardwy (Spirdingsee) und Mamry (Mauersee) bauen bei starkem Wind eine kurze, steile Welle auf; man quert sie morgens oder gar nicht.

Woraus Segel genäht werden und welche Takelungen es gibt

Chartersegel werden aus Dacron genäht, einem Polyestergewebe. Es ist günstig und robust und verträgt auch das nachlässige Zusammenlegen durch immer neue Crews. Mit der Zeit dehnt es sich und verliert das Profil, deshalb läuft altes Dacron schlechter Höhe. Laminate, verklebte Lagen aus Folie und Aramid- oder Kohlefasern, halten die Form viel besser und sind leichter, vertragen aber Falten, Flattern und Sonne schlecht. Das sind Regattasegel, keine Chartersegel. Hat deine Yacht ausgeblasene Segel, kämpfe nicht um das letzte Grad Höhe. Stell sie nach den Grundlagen des Trimms ordentlich ein und segle los.

Die Anordnung von Masten und Segeln ist die Takelung. Die Slup, ein Mast, Groß und ein Vorsegel, ist der Standard in Masuren und unter Fahrtenyachten weltweit. Mit dreieckigem Groß heißt sie Bermuda-Slup. Der Kutter hat ebenfalls einen Mast, aber zwei Vorsegel: Fock und davor den Klüver. Die Ketsch hat zwei Masten, der niedrigere Besanmast steht näher am Heck. Sie teilt die Fläche in kleinere Segel auf, hat aber mehr Leinen zu bedienen.

Welches Segel wofür: Tabelle

Die Spalte „beim Charter“ beschreibt die typische Yacht aus dem masurischen Angebot. Einzelne Boote können abweichen. Segelboote mit solcher Beschreibung, von Rollfock bis Motor, vergleichst du auf der Seite mit Segelyachten in Masuren.

SegelWo es stehtFür welche KurseBeim Charter
GroßsegelHinter dem Mast, am BaumAlle, von Amwind bis VorwindImmer, mit Reffs, oft mit Lazyjacks
FockAm Vorstag, vor dem MastAlle; vor dem Wind nur im SchmetterlingStandard, meist auf Rollanlage
GenuaAm Vorstag, überlappt den MastWie die Fock, am besten bei wenig WindOft statt der Fock, auf Rollanlage
GennakerHals am Bug oder Bugspriet, ohne SpinnakerbaumHalbwind und RaumschotsSelten, nur wenn der Vercharterer ihn in der Ausrüstung führt
SpinnakerAn eigenem Fall, Luvhorn am SpinnakerbaumRaumschots und VorwindPraktisch nie
SturmfockStatt der Fock, am Vorstag oder InnenstagSturm, vor allem hohe KurseNein, eingerollte Fock und Reff ersetzen sie
TrysegelStatt des Großsegels, ohne BaumSturm, jeder KursNein

Häufige Fragen

Wie viele Segel hat eine Charteryacht? Zwei: das Großsegel und ein Vorsegel, also Fock oder Genua. Spinnaker und Gennaker sind seltene Zusatzausrüstung.

Was unterscheidet Fock und Genua? Die Größe. Die Fock endet vor dem Mast, die Genua überlappt ihn und bringt bei wenig Wind mehr Vortrieb. Bei viel Wind ist sie schwerer zu bedienen und langsamer in der Wende.

Was ist eine Rollfock? Ein Vorsegel, aufgewickelt auf ein drehbares Profil am Vorstag. Du rollst es mit der Rollleine aus dem Cockpit aus und ein. Statt zu reffen kann man es teilweise einrollen.

Muss man beim Charter einen Spinnaker setzen können? Nein. Die meisten Charteryachten haben keinen, vor dem Wind segelt man mit Groß und Fock. Gibt der Vercharterer einen Gennaker mit, lass dir bei der Übergabe zeigen, wie man ihn setzt und birgt.

Wann das Groß reffen? Früh. Wenn die Yacht stark krängt, von selbst anluvt und das Ruder zieht, ist das Reff schon überfällig. Bei kräftiger Vorhersage reffst du im Hafen vor dem Ablegen. Ausreffen auf dem Wasser ist leicht, Einreffen in der Bö schwer.

Titelbild: NaCzarter.pl

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