Das NaCzarter-Team
Welche Segel sehen Sie auf einer Yacht?
Das Großsegel gehört zum Großmast; Fock und Genua sind Vorsegel. Die Genua reicht hinter den Mast und überlappt in der Seitenansicht den Bereich des Großsegels. Der Besan sitzt am kleineren hinteren Mast einer Ketsch oder Yawl. Der Spinnaker ist ein zusätzliches, bauchiges Segel für geeignete Kurse mit dem Wind.
Für den ersten Törn brauchen Sie keinen Katalog sämtlicher Segelkonstruktionen. Hilfreicher ist, einige Begriffe des Skippers zu erkennen. „Fockschot vorbereiten“ wird erst dann zu einer klaren Anweisung, wenn Sie wissen, welches Segel und welche Leine gemeint sind. Beginnen Sie mit der Position am Boot und betrachten Sie anschließend die Form.
Fünf Begriffe, die Sie unterscheiden sollten
| Segel | Wo zu finden | Einfaches Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|
| Großsegel | Am Großmast, bei einer typischen Slup dahinter | Mit dem Großmast und meist einem Baum verbunden |
| Fock | Vor dem Mast | Vorsegel, meist kleiner als die hinter den Mast überlappende Genua |
| Genua | Vor dem Mast, teilweise hinter ihn reichend | Großes überlappendes Vorsegel |
| Besan | Am kleineren hinteren Mast einer Ketsch oder Yawl | Eigenes Segel des hinteren Masts |
| Spinnaker | Vor der Yacht, gesetzt mit bauchiger Form | Zusätzliches Segel für Kurse mit dem Wind, häufig bunt |
Die Tabelle erleichtert die Orientierung an Deck, ersetzt aber keine Ausrüstungsliste. Eine Yacht hat einen Grundbestand, eine andere zusätzlich weitere Segel. Der Modellname bestimmt nicht, welchen Satz Sie beim konkreten Charter erhalten.
Großsegel: Suchen Sie den Mast, nicht das größte Tuch
Auf einer einmastigen Yacht mit Groß- und Vorsegel ist das Großsegel leicht zu finden: Seine vordere Kante ist mit dem Mast verbunden, das Segel erstreckt sich dahinter. Definieren Sie es trotzdem nicht als „immer das größte“. Die sichtbare Fläche ist kein verlässliches Erkennungsmerkmal.
Großsegel unterscheiden sich in Schnitt und Bedienung. North Sails beschreibt unter anderem Lattengroßsegel sowie Ausführungen zum Einrollen in Mast oder Baum. Auch die Form des oberen Bereichs variiert. Ein Segel, das nicht dem idealen Lehrbuchdreieck gleicht, kann daher weiterhin ein Großsegel sein.
Lassen Sie sich bei der Übergabe zeigen, wie genau dieses Großsegel gesetzt und geborgen wird. Übertragen Sie Gewohnheiten der vorherigen Yacht nicht auf noch unbekannte Ausrüstung. Auch als Gast sollten Sie wissen, wo das Segel verstaut ist und welche Teile der Skipper vor dem Ablegen bedient.
Fock und Genua: Beide stehen vorn
Beide gehören zu den Vorsegeln. Bei der grundlegenden Unterscheidung hat die Fock keine große Überlappung hinter dem Mast, während die Genua dahinterreicht und in der Seitenansicht teilweise das Großsegel überlappt. Das bedeutet nicht, dass sich die Tücher berühren sollen. Gemeint ist ihre Geometrie aus einer bestimmten Blickrichtung. Überlappende und nicht überlappende Vorsegel unterscheidet auch der Leitfaden von North Sails.
In Beschreibungen werden Genuagrößen manchmal in Prozent angegeben. UK Sailmakers erklärt, dass dabei das LP-Maß zum Maß J ins Verhältnis gesetzt wird, nicht zur Fläche des Großsegels. Für die Teilnahme am Törn müssen Sie die Vermessungsrechnung nicht beherrschen. Merken Sie sich nur: Eine „Genua 135 %“ hat nicht automatisch eine Fläche von 135 % des Großsegels.
Im Gespräch verwendet eine Crew „Fock“ mitunter recht großzügig. Vereinbaren Sie bei der Übernahme die Begriffe mit dem Skipper, damit alle Anweisungen gleich verstehen. Steht in der Liste „Genua“ und sagt der Skipper „Vorsegel“, muss damit kein anderes Teil gemeint sein.
Ein aufgerolltes Segel lässt sich auf den ersten Blick schwerer erkennen. Bitten Sie um eine Vorführung unter vom Personal gewählten Bedingungen; rollen Sie es nicht selbst aus, nur um seine Form zu prüfen. Lernen Sie zugleich die dazugehörigen Fallen und Schoten kennen. Segelname und Leinenname sind unterschiedliche Informationen.
Besan: Das Segel am zweiten, hinteren Mast
Bei Ketsch und Yawl steht hinter dem Großmast ein kleinerer Besanmast; sein Segel heißt Besan. Die Definitionen der Equipment Rules of Sailing von World Sailing unterscheiden Großmast, Besanmast und die jeweiligen Segel. Suchen Sie auf einer einmastigen Yacht nicht nach einem Besan, nur weil Sie zwei Segel sehen.
Stellen Sie sich zwei Fotos vor. Das erste Boot hat einen Mast, ein Segel dahinter und eines davor: Das ist kein Großsegel mit Besan. Das zweite hat zwei Masten, der kleinere steht hinten. Erst hier kann der Begriff Besan helfen, das Segel am hinteren Mast zu benennen. Das ist eine gute Beobachtungsübung vor dem Betreten des Boots.
Achten Sie bei der Bootswahl auf den tatsächlichen Segelplan, statt die Zahl der Segel als Schwierigkeitsgrad zu betrachten. Für die Crew sind die vorgesehenen Aufgaben und die Bedienung der vorhandenen Ausrüstung entscheidender.
Spinnaker und Gennaker: Zusatzsegel haben eigene Aufgaben
Beim Spinnaker denkt man an einen großen, bunten Ballon vor dem Boot. Das ist ein hilfreicher visueller Hinweis, aber keine Definition: Die Farbe allein bestimmt die Segelart nicht. Es gibt symmetrische und asymmetrische Spinnaker. North Sails vergleicht beide Konstruktionen und erläutert Unterschiede bei Form, Ausrüstung und Einsatz.
Ein symmetrischer Spinnaker hat zwei ähnliche Hälften und wird üblicherweise mit einem Spinnakerbaum gefahren. Beim asymmetrischen Segel unterscheiden sich Vorder- und Achterliek deutlich. „Gennaker“ begegnet Ihnen bei asymmetrischen Fahrtensegeln für Kurse mit dem Wind. Die genauen Windwinkel und Windstärken hängen vom jeweiligen Entwurf ab; der Name im Angebot nennt diese Grenzen nicht.
Fragen Sie vor dem Charter, ob das Zusatzsegel tatsächlich enthalten ist, gesondert vereinbart werden muss und von Ihrer Crew bedient werden kann. Als Gast auf Ihrem ersten Törn müssen Sie es nicht allein setzen. Lassen Sie sich Ihre Aufgabe erklären, bevor das Segel aus dem Sack kommt.
Der Segelname ist keine Bedienungsanleitung
Segel erkennen, einstellen und ihre Fläche verkleinern sind verschiedene Fähigkeiten. Dieser Beitrag beantwortet „Was sehe ich?“. Wie Sie die Einstellung verändern, beschreibt unser Leitfaden zum Segeltrimm. Die Entscheidungen an Bord trifft der Skipper unter Berücksichtigung von Wetter, Ausrüstung und Fähigkeiten der Crew.
Lassen Sie sich anfangs die Segel und Leinen zeigen, die Sie bedienen sollen. Wiederholen Sie die Begriffe mit eigenen Worten. Ist eine Anweisung unklar, fragen Sie nach, bevor Sie eine Leine bewegen. Erkennen Sie Funktionen nicht allein an Farben: Auf der nächsten Yacht können dieselben Farben etwas anderes bedeuten.
Häufige Fragen
Ist das Großsegel immer das größte Segel? Nein. Der Name bezeichnet seine Position im Segelplan. Eine große Genua oder ein gesetztes Zusatzsegel kann optisch dominieren.
Sind Fock und Genua genau dasselbe? Beides sind Vorsegel, doch grundsätzlich reicht die überlappende Genua hinter den Mast. Prüfen Sie die Bezeichnung der konkreten Yacht und stimmen Sie die Begriffe mit dem Skipper ab.
Hat jede Segelyacht einen Besan? Nein. Dafür ist eine passende Mastanordnung nötig, etwa bei Ketsch oder Yawl. Zwei Segel an einem Mast bedeuten nicht, dass ein Besan vorhanden ist.
Braucht man beim ersten Törn einen Spinnaker? Er ist kein verpflichtender Bestandteil eines Freizeittörns. Wählen Sie die Segel mit dem Skipper passend zu Yacht, Bedingungen und Crewkenntnissen.
Prüfen Sie den Segelsatz an Bord
Lesen Sie beim Vergleich von Segelyachten zum Chartern die Beschreibung der Besegelung des konkreten Boots. Lassen Sie Zusatzsegel und das zugehörige Zubehör bestätigen, wenn Sie diese nutzen möchten. Mit den richtigen Begriffen können Sie die Fragen bereits vor der Ankunft im Hafen stellen.
Beispielfoto aus dem Katalog von NaCzarter.pl.



