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Leinen am Segelboot — Fall, Schot, Festmacher & Co.
An einem Segelboot tragen die Arbeitsleinen je nach Funktion ihren Namen: das Fall zieht das Segel nach oben, die Schot stellt es zum Wind, der Festmacher belegt das Boot am Steg, und Niederholer und Cunningham regeln die Form des Grosssegels. Fuer Anfaenger sieht alles aus wie ein Gewirr aus Schnueren, doch jede Leine hat genau eine Aufgabe. Weiter unten findest du ein kleines Glossar mit einer Tabelle Name–Funktion, damit du im Charter sofort weisst, welche Leine der Skipper meint.
Tabelle: welche Leine wofuer
| Name | Wofuer sie da ist |
|---|---|
| Fall | Zieht das Segel am Mast nach oben (Grossfall — Grosssegel, Fockfall — Fock) |
| Schot | Regelt die Stellung des Segels zum Wind (Grossschot, Fockschot/Gennakerschot) |
| Festmacher | Belegt das Boot am Steg, an der Kaimauer oder an einem anderen Boot |
| Baumniederholer | Zieht den Baum nach unten, flacht das Grosssegel ab und kontrolliert seine Verdrehung |
| Cunningham | Spannt das Vorliek des Grosssegels und verschiebt den „Bauch" des Segels zum Mast |
| Reffleine (Reffbaendsel) | Verkleinert die Grosssegelflaeche beim Reffen bei staerkerem Wind |
| Dirk | Haelt den Baum, wenn das Grosssegel geborgen ist |
| Spifall und Brassen | Setzen und trimmen Spinnaker oder Gennaker (zusaetzliche Segel) |
Laufendes Gut kontra stehendes Gut
Es lohnt sich, zwei Familien zu unterscheiden. Das laufende Gut (Arbeitsleinen) sind die, mit denen du laufend arbeitest: Fallen, Schoten, Niederholer — die holst du dicht und fierst sie waehrend des Toerns. Das stehende Gut sind die Teile, die den Mast aufrecht halten und die du normalerweise nicht bewegst: das Vorstag (vorne), das Achterstag (hinten) und die Wanten (an den Seiten). Wenn der Skipper sagt „hol die Schot dicht", geht es um eine Leine des laufenden Guts; das stehende Gut fasst du ohne Not nicht an.
Warum man nicht „Schnur" sagt
Im Segeln hat das Wort „Leine" eine feste Bedeutung, und der Name sagt etwas ueber die Funktion aus, nicht ueber das Material. Dieselbe Leine ist als Fall ein Fall, und als Festmacher belegt wird sie zum Festmacher — es zaehlt, was sie tut. So sind die Kommandos eindeutig: „fier die Grossschot" laesst sich nicht mit „hol das Fockfall dicht" verwechseln, selbst wenn im Cockpit ein Dutzend aehnlicher Enden liegt. In Masuren, wo die Manoever mitunter eng sind, ist diese Praezision wirklich Gold wert.
Wie du dir das im Charter merkst
Du musst nicht alle Namen sofort kennen. Merk dir drei grundlegende — Fall (nach oben), Schot (zur Seite), Festmacher (zum Steg) — den Rest zeigt dir der Bootsmann bei der Uebergabe des Bootes. Wenn du gerade erst anfaengst, uebe die Namen in der Praxis waehrend deines ersten Charters, und beim Halswechsel hilft dir das Wissen ueber die Wende und Halse.
Haeufige Fragen
Worin unterscheiden sich Fall und Schot? Das Fall zieht das Segel am Mast nach oben, die Schot regelt seine Stellung zum Wind. Mit dem Fall setzt du das Segel, mit der Schot „spielst" du waehrend der Fahrt damit.
Was ist ein Festmacher? Eine Leine, mit der du das Boot am Steg, an der Kaimauer oder an einem anderen Boot belegst. Bug- und Heckleinen sowie Springe halten das Boot gemeinsam an der Pier.
Wie heissen die Leinen, die den Mast halten? Das ist das stehende Gut: das Vorstag vorne, das Achterstag hinten und die Wanten an den Seiten. Normalerweise verstellt man sie waehrend des Toerns nicht.
Wie viele Leinen muss ich fuer den Charter kennen? Zum Start reichen drei: Fall, Schot und Festmacher. Den Rest zeigt dir der Bootsmann bei der Uebergabe des Bootes, und mit jedem Toern geht es dir in Fleisch und Blut ueber.
Titelbild: Archiv NaCzarter.pl.



