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Wann das Schwert senken, wann heben
Das Schwert senkst du auf Am-Wind-Kursen und bei Halbwind, damit die Yacht nicht seitlich vertreibt und Kurs hält. Auf raumen Kursen hebst du es teilweise. Ganz nach oben geht es über Untiefen, am Strand und im Hafen, wo weniger Wasser ist als der Tiefgang mit gesenktem Schwert. Bei der Antila 33 sind das 0,45 m mit gehobenem und 1,80 m mit gesenktem Schwert.
Schwert, Hubkiel, Festkiel: was unter dem Rumpf sitzt
In Masuren segelt man vor allem Schwertyachten oder Yachten mit Hubkiel. Der von der See bekannte Festkiel ist hier selten, denn die Seen sind flach und die Häfen noch flacher. Beim Charter triffst du auf drei Bauarten:
- Drehschwert (Antila 24, 27, 28.2, 30, 33). Die Platte dreht sich um einen Bolzen im Schwertkasten. Du hebst sie mit einer Leine über eine Talje auf die Winsch oder mit der Kurbel der Schwertwinde. Bei Grundberührung kann sie von selbst nach oben klappen, weil sie wie ein Pendel arbeitet.
- Hubkiel (Maxus 33.1 RS, Twister 32). Er fährt senkrecht im Schacht auf und ab. Er liefert denselben Seitenwiderstand wie ein Schwert, weicht aber einem Stein nicht aus: er nimmt den Schlag frontal. Im Kiel des Maxus sitzt zudem Ballast, gehoben nimmt er der Yacht also einen Teil der Stabilität. Sprich von einem Kiel, nicht von einem Schwert: es ist eine andere Konstruktion.
- Feste Flossen (Twister 36). Nichts zu heben, Tiefgang 0,55 bis 0,75 m. Einfach, aber ins Flache kommst du nur so weit, wie der Rumpf es zulässt.
Schwert und Hubkiel geben dir zwei Yachten in einer: tief unter Segeln und flach am Ufer. Dafür musst du eine Sache mehr im Blick behalten. Wie Schwert, Kiel und Ballast die Stabilität beeinflussen, beschreiben wir im Artikel kann eine Segelyacht kentern. Hier geht es nur darum, wann das Schwert bewegt wird. Schwankst du zwischen zwei beliebten Modellen, hilft der Vergleich Antila 33 oder Maxus 33.1 RS bei der Entscheidung.
Wann das Schwert unten sein muss
Je höher am Wind, desto mehr Schwert im Wasser. Am Wind und bei Halbwind senkst du es ganz. Das Schwert liefert Seitenwiderstand. Ohne es fährt die Yacht nicht dahin, wohin der Bug zeigt, sondern rutscht seitlich weg, und das Ruder wird weich. Kreuzen gegen den Wind mit gehobenem Schwert ist vor allem Abdrift und Nerven.
Lass das Schwert auch in drei Situationen unten:
- Bei Welle. Śniardwy und Mamry bauen bei stärkerem Wind eine kurze, steile Welle auf. Mit Schwert unten schaukelt die Yacht weniger und hält besser Kurs. Es bei solchen Bedingungen zu heben heißt Ärger suchen.
- Bei Manövern unter Segeln. Eine Wende mit gehobenem Schwert misslingt oft: die Yacht verliert Fahrt, bleibt im Wind stehen und dreht nicht durch. Prüfe vor dem Kommando, ob das Schwert unten ist. Die Technik beschreiben wir im Text über Wende und Halse.
- Beim Anlaufen einer Boje oder einer Person im Wasser. Dann brauchst du eine Yacht, die auf das Ruder hört.
Wann das Schwert nach oben geht
Auf raumen Kursen, von Raumschots bis Vorwind, wird das Schwert weniger gebraucht: der Wind schiebt dich mehr von hinten als von der Seite. Teilweise gehoben verringert es den Widerstand, und die Yacht wird schneller. Beim Drehschwert wandert die gehobene Platte nach achtern, die Yacht wird also auch weniger luvgierig. Das Wort „teilweise“ ist wichtig: mit ganz gehobenem Schwert giert die Yacht und reagiert langsamer auf das Ruder. Lass also etwas Schwert im Wasser, vor allem bei mehr Wind.
Ganz nach oben geht das Schwert dort, wo die Tiefe zählt, nicht die Segel:
- Flachwasser und Untiefen. Der Śniardwy ist weit und flach, mit steinigen Abschnitten an den Ufern und rund um die Inseln. Buchten und Schilfgürtel auf der ganzen Route verbergen den Grund näher, als die Breite des Wassers vermuten lässt. Du näherst dich dem Ufer? Schwert hoch, und jemand aus der Crew schaut vom Bug ins Wasser.
- Anlegen am Steg und Hafen. An Stegen ist das Wasser oft flach und der Grund nicht immer sauber. Hebe das Schwert vor der Hafeneinfahrt, denn beim Festmachen hast du dafür keine Hand frei. In einem tiefen Hafen lass es etwas im Wasser: unter Motor mit ganz gehobenem Schwert versetzt Seitenwind die Yacht stärker.
- Kanäle. Zwischen den Seen fährst du unter Motor, das Schwert bringt also nur das Risiko, hängen zu bleiben. Hebe es an der Einfahrt, senke es nach der Ausfahrt, wenn du wieder Segel setzt.
- Strand und Ankerplatz in der Bucht. Vor Anker übernachtest du in einer geschützten Bucht abseits des Fahrwassers. Beim Einlaufen Schwert heben. Liegst du vor Anker, senke es etwas, wenn die Tiefe es zulässt: eine Yacht mit Schwert im Wasser schwojt weniger an der Leine.
So geht es beim Charter
Jede Yacht hat einen anderen Mechanismus, deshalb lautet die erste Frage bei der Übernahme: „Wie hebt man das Schwert und wo ist die Arretierung?“ Je nach Modell ist es eine Leine über eine Talje auf die Winsch, eine Kurbel oder ein elektrischer Antrieb. Lass dir den vollen Zyklus zeigen: runter, hoch, arretieren. Frag auch, ob eine Zwischenstellung erlaubt ist und wie du sie sicherst.
Ein paar Regeln, die dir Nerven und Geld sparen:
- Heben und senken ohne Ruck. Das Schwert hat Gewicht: Leine auf die Winsch und gleichmäßig ziehen. Wenn etwas Widerstand leistet, nicht mehr Kraft aufwenden, sondern nachsehen, was blockiert.
- Bei Welle nicht ganz heben. Die Yacht beginnt zu schaukeln und zu gieren. Eine arretierte Zwischenstellung erledigt die Sache.
- Hinhören. Ein halb gehobenes, nicht arretiertes Schwert klopft bei jeder Krängung im Kasten. Dieses Geräusch sagt: arretieren oder ganz senken.
- Nach einer Grundberührung zurück ins tiefere Wasser und prüfen, ob das Schwert in beide Richtungen läuft und ob in der Bilge kein Wasser steigt. Dann den Vercharterer anrufen, auch wenn alles gut aussieht. Sofort melden kostet weniger als eine Entdeckung bei der Rückgabe.
- Schwert verklemmt? Meist ist nach einer Fahrt ins Schilf ein Steinchen, Schlamm oder Pflanzenreste zwischen Schwert und Kasten geraten. Senke und hebe es ein paar Mal leicht, fahre ins tiefere Wasser und wiederhole das. Nicht mit dem Hammer draufschlagen und nicht mit der Winsch Gewalt anwenden. Löst es sich nicht, ruf den Vercharterer an: er kennt seine Yacht und weiß, was zu tun ist.
Tiefgang mit gehobenem und gesenktem Schwert
Die Zahlen in der Tabelle sind der Tiefgang des Rumpfes mit gehobenem und gesenktem Schwert oder Hubkiel. Schreib sie auf einen Zettel am Ruder: am Ufer schaust du auf die Spalte mit gehobenem Schwert, unter Segeln auf die mit gesenktem.
| Modell | Was du hebst | Tiefgang, gehoben | Tiefgang, gesenkt |
|---|---|---|---|
| Antila 24 | Schwert | 0,35 m | 1,38 m |
| Antila 26 cc | Schwert | 0,39 m | 1,62 m |
| Antila 27 | Schwert | 0,39 m | 1,65 m |
| Antila 28.2 | Schwert | 0,43 m | 1,75 m |
| Antila 30 | Schwert | 0,44 m | 1,79 m |
| Antila 33 | Schwert | 0,45 m | 1,80 m |
| Twister 32 | Hubkiel | 0,50 m | 1,65 m |
| Maxus 33.1 RS | Hubkiel | 0,45 m | 1,70 m |
| Was das bedeutet | das Schwert dreht sich, der Hubkiel fährt senkrecht | Mindestwasser am Schilf oder am flachen Steg, Reserve dazurechnen | so viel Wasser brauchst du auf Am-Wind-Kurs, plus Reserve für Welle |
Daten: Herstellerangaben (2026). Eine beladene Yacht liegt etwas tiefer im Wasser. Termine und Charterpreise der Antila 33 bei Vercharterern auf der Plattform NaCzarter findest du auf der Seite Antila 33 chartern.
Häufige Fragen
Kann man mit gehobenem Schwert fahren? Unter Motor ja. Unter Segeln auf raumen Kursen ja, aber nur teilweise gehoben. Auf Am-Wind-Kursen nein: die Yacht vertreibt, und Wenden misslingen.
Schützt das Schwert vor dem Kentern? Vor dem Kentern schützen Ballast und Rumpfform, das Schwert ist vor allem für Kurs und Abdrift zuständig. Was daraus für eine Schwertyacht und für eine Yacht mit Ballast-Hubkiel folgt, beschreibt der oben verlinkte Artikel über das Kentern.
Was ist mit dem Hubkiel des Maxus 33.1 RS? Dieselben Regeln: runter auf hohen Kursen, hoch über Untiefen. Der Kiel weicht bei einem Schlag nicht aus wie ein Drehschwert, hebe ihn also früher. In ihm sitzt auch Ballast, mit gehobenem Kiel hat die Yacht also weniger Stabilität, und bei starkem Wind segelst du so nicht.
Was droht nach einem Schlag mit dem Schwert auf einen Stein? Meist nichts außer einem grauen Haar, manchmal Schäden am Schwert oder am Schwertkasten. Melde den Vorfall dem Vercharterer sofort, warte nicht bis zur Rückgabe. Von der Crew verursachte Schäden rechnet der Vercharterer mit der rückzahlbaren Kaution ab, die vor Ort hinterlegt und abgerechnet wird, nach den Regeln des Chartervertrags.
Wie viel Wasser unter dem Kiel brauche ich? So viel wie der Tiefgang bei der aktuellen Schwertstellung, plus Reserve für Welle und Fehleinschätzung. Beim Anlaufen des Ufers Schwert heben und an die Spalte „gehoben“ der Tabelle halten. Woher der Wunsch „Fuß Wasser unterm Kiel“ kommt, erklären wir separat.
Titelbild: NaCzarter.pl



