Das NaCzarter-Team
Kreuzen — wie man gegen den Wind segelt (Anleitung für Anfänger)
Das Erste, was einen Anfänger beim Yachtcharter in Masuren überrascht: Eine Segelyacht fährt nicht geradewegs dorthin, woher der Wind weht. Wenn der Hafen oder die anvisierte Bucht genau im Wind liegt, muss der Bug im „Zickzack" geführt werden. Diese Technik heißt Kreuzen, und sie verwandelt den unbequemen Wind in unseren Verbündeten. Nach 25 Jahren, in denen wir Crews über die masurischen Seen gebracht haben, wissen wir: Sobald der „Groschen fällt", macht das Segeln richtig Spaß.
Der tote Winkel — warum man nicht direkt in den Wind segeln kann
Rund um die Richtung, aus der der Wind weht, liegt der sogenannte tote Winkel (die No-Go-Zone). Richtest du den Bug zu nah an die Windlinie, hören die Segel auf zu arbeiten, sie killen nur noch, und die Yacht verliert Fahrt und bleibt stehen. In der Praxis segelt eine Binnenyacht nicht näher als etwa 40–50° zur Windlinie — auf jeder Seite bleiben also rund 45°, in die man nicht hineinfahren kann. Der genaue Wert hängt von der Bauart der Yacht, den Segeln, der Windstärke und dem Wellengang ab (leichte Regatta-Schwertboote schaffen bis zu etwa 40°, eine typische Charteryacht hält sich vernünftiger zurück). Der höchste Kurs, auf dem die Segel noch ziehen, ist der Hart-am-Wind-Kurs — „hart am Wind".
Kreuzen Schritt für Schritt
Da man nicht direkt in den Wind segeln kann, steuern wir das Ziel abwechselnd auf Backbord- und Steuerbordbug an — daher der Zickzack. Der Bug ist die Seite, von der der Wind in die Segel fällt: Weht er über die Backbordseite, sind wir auf Backbordbug, weht er über Steuerbord, auf Steuerbordbug. Den Wechsel führen wir mit einer Wende aus, bei der der Bug durch die Windlinie dreht. Das Schema ist einfach:
- Bring die Yacht auf Hart-am-Wind-Kurs und nimm Fahrt auf — das ist der „Treibstoff" für den Weg durch den toten Winkel.
- Führe die Wende zügig aus, damit der Bug schnell durch den Wind dreht.
- Luve auf dem neuen Bug wieder an bis zum Am-Wind-Kurs und halte auf das Ziel zu.
- Wiederhole die Wenden so, dass dich jeder Schlag näher an den Punkt in Luv bringt.
Anluven, Abfallen und die Wahl des Kreuzwinkels
Anluven ist die Kursänderung näher zur Windlinie (Richtung Am-Wind), Abfallen das Entfernen von ihr (hin zu raumeren Kursen). Beim Kreuzen balancieren wir zwischen beiden: Segelst du zu hoch, gerätst du ins Killen und verlierst Fahrt; fällst du zu weit ab, machst du Umwege. Der goldene Mittelweg ist der höchste Kurs, auf dem die Segel noch mit voller Kraft ziehen. Die Länge der Schläge passt du dem Revier an — auf einem schmalen See wendest du häufiger, auf offenem Wasser seltener. Gut zu wissen: Die Wende fahren wir gegen den Wind, ihr Gegenstück, die Halse (Wende mit dem Wind), führen wir aus, wenn der Wind von achtern kommt. Wie man sich dabei orientiert, verrät die Windrose mit ihren Windrichtungen.
Häufige Anfängerfehler
- Zu hoch am Wind — der Bug gerät in den toten Winkel, die Segel killen, die Yacht „bleibt sitzen". Fall leicht ab, bis die Segel wieder ziehen.
- Wende ohne Fahrt — die Yacht schafft es nicht durch die Windlinie und bleibt im toten Winkel „mit dem Bug im Wind" stehen. Nimm vor jeder Wende immer Fahrt auf.
- Zu flache Schläge — wenn du nicht anluvst, führt jeder Schlag zur Seite statt zum Ziel. Halte den Am-Wind-Kurs.
Auf den ruhigen masurischen Seen lernst du das Kreuzen an einem einzigen Nachmittag. Wenn du auf einer leicht zu segelnden Yacht üben möchtest, wirf einen Blick auf unsere Flotte unter Segelyachten Masuren oder buche direkt einen Törn im Bereich Yachtcharter Masuren. Und noch etwas: Behalte den Himmel im Auge — über einen plötzlichen Wetterumschwung liest du im Ratgeber zur weißen Böe in Masuren.
Häufige Fragen
Was ist Kreuzen beim Segeln? Es ist eine Art, im „Zickzack" gegen den Wind zu segeln — eine Folge von Wenden, abwechselnd auf Backbord- und Steuerbordbug, mit der du ein Ziel erreichst, das genau dort liegt, woher der Wind weht.
In welchem Winkel kann eine Segelyacht zum Wind segeln? Am höchsten etwa 40–50° zur Windlinie, also hart am Wind. Näher zum Wind liegt der tote Winkel, in dem die Segel nur killen und die Yacht Fahrt verliert.
Worin unterscheiden sich Wende und Halse? Bei der Wende dreht der Bug durch die Windlinie (wir segeln gegen den Wind, wir kreuzen), bei der Halse dreht das Heck durch die Windlinie — diese führen wir auf raumen Kursen mit dem Wind aus.
Warum bleibt meine Yacht bei der Wende stehen? Meistens deshalb, weil du ohne Fahrt in die Wende gegangen bist und die Yacht im toten Winkel „mit dem Bug im Wind" hängen geblieben ist. Nimm am Wind Fahrt auf und führe die Wende entschlossen aus.
Muss man Kreuzen lange lernen? Nein — die Grundlagen hast du an einem einzigen Nachmittag auf einem ruhigen See drauf. In Masuren sind die Bedingungen anfängerfreundlich, und eine leicht zu segelnde Yacht macht das Lernen zusätzlich einfacher.
Titelbild: Arnas Goldberg / Wikimedia Commons (CC BY 3.0).



