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Proviant für die Yacht: was einpacken und wie kochen beim Charter in Masuren
Segelführer5 Min. Lesezeit

Proviant für die Yacht: was einpacken und wie kochen beim Charter in Masuren

Die Kombüse einer Chartersegelyacht hat eine Kochstelle und einen kleinen Kühlschrank. Sieh, was du einpackst, wo du einkaufst und wie du kochst, damit Gas und Wasser reichen.

Das NaCzarter-Team

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Proviant für die Yacht: was einpacken, damit du nicht hungerst und nicht zu viel schleppst

Auf die Chartersegelyacht oder das Hausboot packst du haltbare Produkte, einfache Eintopfgerichte, ordentliche Frühstücke und viel Wasser in Flaschen, denn die Kombüse hat eine, höchstens zwei Gasflammen, einen kleinen Kühlschrank an der Batterie und ein Spülbecken mit Handpumpe. Platz und Strom sind knapp, der Wassertank ist begrenzt, und der nächste große Laden bleibt in Giżycko zurück. Deshalb machst du deinen Einkauf mit Köpfchen vor dem Ablegen, und nicht nach dem Motto „unterwegs kauft man schon was nach".

Ich mache Charter seit über zwanzig Jahren und sehe es jede Saison: Die einen schleppen die halbe Speisekammer an und die Hälfte verdirbt, die anderen haben am zweiten Tag nichts mehr für den Topf. Unten steht konkret, wie du das aufsetzt.

Wie die Kombüse beim Charter aussieht und warum das die Einkaufsliste verändert

Bevor du packst, schau, womit du kochen wirst. Auf einer typischen Chartersegelyacht hast du einen Gaskocher mit einer oder zwei Flammen. Auf dem Hausboot ist manchmal eine größere Küche, gelegentlich sogar ein Backofen. Ein Kühlschrank ist da, aber klein und aus der Batterie gespeist, also rechne nicht damit, in einer Stunde einen Kasten Bier kaltzustellen. Das Spülbecken hat eine Hand- oder Elektropumpe, und das Wasser kommt aus dem Tank, der irgendwann leer ist.

Daraus folgt eine einfache Sache. Es hat keinen Sinn, Tiefkühlware mitzunehmen, für die du keinen Platz zum Lagern hast, oder Gerichte, die drei Töpfe gleichzeitig und eine halbe Stunde auf der Flamme brauchen. Du setzt auf das, was nicht verdirbt und in einem Topf gart.

Wenn du zum ersten Mal am Ruder sitzt, sieh dir auch den Ratgeber zum ersten Charter und die allgemeine Liste der Sachen zum Mitnehmen an. Der Proviant ist das eine, die ganze restliche Ausrüstung ist eine eigene Geschichte.

Einkauf: mach den großen in Giżycko

Den Haupteinkauf machst du vor dem Ablegen, in Giżycko. Hier gibt es normale Supermärkte, du lädst den Wagen für die ganze Woche voll und packst alles direkt auf die Yacht. Unterwegs, in den kleineren Häfen und Ortschaften, gibt es zwar Läden, aber die Auswahl ist kleiner, die Preise höher und nicht überall kommst du längsseits heran. Behandle sie als Ergänzung: frisches Brot, Gemüse, Eis, etwas Kaltes zum Trinken. Nicht als Hauptversorgung.

Teile den Einkauf in zwei Teile. Haltbares kaufst du einmal, zum Start. Frisches, also Butter, Wurst, Gemüse und Brot, kaufst du unterwegs in den Häfen nach, denn der Kühlschrank hält ohnehin nicht viel.

Was sich bewährt: Tabelle

KategorieWas einpacken
Haltbares (Basis)Nudeln, Reis, Grütze, Konserven (Gulasch, Fisch, Bohnen), Soßen im Glas, Tomaten im Karton, Öl, Salz, Gewürze, Tee, Kaffee, Cornflakes, Zucker
Frisches (unterwegs nachkaufen)Brot, Eier, Butter, Käse, Wurst, Gemüse und Obst, etwas zum Grillen, falls du das planst
GetränkeWasser in Flaschen (viel), Isotonische Getränke, Säfte, eventuell Bier, aber das Kühlen ist durch den kleinen Kühlschrank begrenzt
Zubehör und KleinkramKüchenpapier, Spülmittel (am besten ökologisch), Schwamm, Müllsäcke, Frischhaltefolie, Streichhölzer oder Feuerzeug, Riegel und Nüsse griffbereit für die Wache

Wie du auf der Yacht kochst, damit Gas und Wasser reichen

Regel Nummer eins: Eintopf. Nudeln mit Soße, Gulasch aus der Dose mit Gemüse aufgewärmt, Reis mit irgendwas, Rührei zum Frühstück. Alles, was du in einem Topf oder in einer Pfanne machst, spart Gas, Wasser und deine Nerven beim Abwasch.

Mach ordentliche Frühstücke, denn auf dem Wasser wird man schnell hungrig. Rührei, belegte Brote, Cornflakes, heißer Tee. Das treibt die ganze Crew einen halben Tag an.

Spar Gas: koch kein Wasser „auf Vorrat", lass die Flamme nicht ohne Grund voll aufgedreht. Spar Wasser aus dem Tank: spül das Gemüse einmal, nicht unter dem laufenden Hahn, füll Töpfe mit Wasser und stell sie beiseite, statt sie unter dem Strahl zu schrubben. Das Wasser im Tank ist begrenzt und du füllst es erst im Hafen wieder auf.

Eine wichtige Sache, die Anfänger oft nicht wissen: das Wasser aus dem Hahn auf der Yacht ist meist nicht trinkbar. Es eignet sich zum Waschen, Nudelnkochen, Tee. Zum Trinken nimmst du Flaschenwasser. Deshalb kaufst du wirklich viel Wasser, zu den Mengen gleich mehr.

Abwasch und Müll: Masuren ist geschütztes Gewässer

Du spülst im Becken, auf der Yacht. Aber das, was du wegspülst, darf nicht über Bord gehen. Fett, Essensreste oder Chemie lässt du nicht im See zurück. Masuren ist ein Naturschutzgebiet und so etwas macht man einfach nicht. Verwende wenig Spülmittel, am besten ökologisch, und wisch das gröbere Fett aus der Pfanne mit Küchenpapier in den Müllsack, bevor du überhaupt zum Schwamm greifst.

Müll sammelst du im Sack und wirfst ihn im Hafen weg, gleich beim Wasserauffüllen. In den größeren Marinas gibt es Mülleimer, Wasser und Entsorgungsstellen. Wo es sich lohnt anzulegen, findest du in der Übersicht der besten Häfen und Marinas in Masuren. Fäkalien lässt du auch nicht in den See ab, dafür gibt es Absaugstationen in den Häfen.

Hausboot gegen Segelyacht: kleiner Unterschied beim Proviant

Auf dem Hausboot hast du meist mehr Platz in der Küche, manchmal einen Backofen und einen größeren Kühlschrank. Du kannst dir etwas bequemeres Kochen und einen größeren Frischevorrat leisten. Aber der Rest der Regeln bleibt: Tankwasser begrenzt, zum Trinken Flaschenwasser, Müll und Fett in den Sack, nicht in den See. Wenn du erst über ein Hausboot nachdenkst, wirf einen Blick in den kompletten Hausboot-Ratgeber.

Häufige Fragen

Gibt es auf der Charteryacht einen Kühlschrank? Ja, meist ist einer da, aber klein und aus der Batterie gespeist. Er hält Frisches für den laufenden Bedarf, nicht für die ganze Woche. Rechne nicht mit Einfrieren und pack keine Tiefkühlware ein.

Wie viel Wasser mitnehmen? Zum Trinken nimmst du ausschließlich Flaschenwasser und rechnest mit Reserve, denn das Wasser aus dem Hahn auf der Yacht ist nicht trinkbar, und auf dem Wasser und in der Sonne trinkt man viel. Plane vernünftig mit einigen Litern pro Person und Tag, plus Getränke. Flaschenwasser füllst du ohnehin unterwegs in den Häfen nach.

Wo einkaufen? Den großen Basiseinkauf machst du in Giżycko vor dem Ablegen. Unterwegs behandle die Läden in den Häfen als Nachkauf von frischem Brot, Gemüse und Getränken. Es ist manchmal teurer und nicht überall kommst du längsseits heran.

Kann man auf der Yacht grillen? Auf der Yacht selbst vorsichtig und nur, wenn der Vercharterer es erlaubt und ein geeigneter Platz dafür vorhanden ist. Am sichersten grillst du an Land, im Hafen oder auf einem ausgewiesenen Biwakplatz. Offenes Feuer über Deck und über geschütztem Wasser bastel dir nicht auf eigene Faust zusammen, frag in der Basis bei der Übernahme der Yacht.

Kurz: kauf Haltbares in Giżycko, koch in einem Topf, spar Gas und Wasser, trink Flaschenwasser, und Müll und Fett bringst du in den Hafen. So viel reicht, damit die Woche auf dem Wasser ums Essen geht und nicht um Sorgen.

Titelbild: Ludwig Schneider — CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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