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Węgorzewo, also wohin du überhaupt segelst
Wenn du den am weitesten nördlich gelegenen Stopp auf der Großen Masurischen Seenroute suchst, dann ist es genau Węgorzewo: das Tor zu Mamry und Święcajty, deutlich ruhiger als das überlaufene Giżycko. Die Stadt liegt am Angerburger Kanal, der den Mamry-See (über Święcajty) mit dem Stadtzentrum verbindet. Du segelst durch den Kanal, ziehst am Kai vorbei und bist da. Von hier ist es nicht weit bis zur Grenze zum Gebiet Kaliningrad, das ist also wirklich das Ende der Route von dieser Seite. Weiter kommst du mit dem Segelboot nicht.
Für uns, die seit einem Vierteljahrhundert im Chartergeschäft stecken, ist Węgorzewo ein Hafen für alle, die dem Trubel entkommen wollen. Im Juli platzen in Giżycko die Stege aus allen Nähten. Hier ist es entspannter. Das Wasser breiter, die Ufer weniger bebaut, und der Mamry-See kann dir einen Wind bieten, den du auf dem kleinen Kisajno nie erleben wirst.
Wie du von der Basis in Giżycko hinkommst
Unsere Basis ist Port Royal in Giżycko, am Kisajno-See. Nach Węgorzewo geht es nach Norden. Zuerst verlässt du den Kisajno, dann öffnet sich vor dir der Mamry, einer der größten Seen in Masuren. Das ist ein Revier für Leute, die wirklich segeln wollen, denn Platz zum Kreuzen gibt es dort mehr als genug. Über Święcajty näherst du dich dem Angerburger Kanal und fährst durch ihn in die Stadt ein.
Die ganze Strecke ist ein ruhiger Segeltag. Unterwegs gibt es keine Schleusen und keine Drehbrücke, du musst also nicht in der Warteschlange stehen wie bei der Passage in Giżycko. Mehr über das Revier selbst und darüber, wie man sich darauf bewegt, haben wir im Guide zum Mamry-See beschrieben. Schau ihn dir vor dem Ablegen an, denn der Mamry macht bei stärkerem Wind Wellen, und das ist kein Revier, auf dem man das Segelabenteuer beginnt.
Wenn du den Törn in Etappen aufteilen willst, bietet sich unterwegs oder als eigener Tag hervorragend Sztynort mit den Seen Dargin und Dobskie an. Alter Yachthafen, Anleger und ein Schloss im Hintergrund. Das ist ein natürlicher Stopp, wenn du in diese Richtung segelst.
| Von wo | Distanz / Zeit | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Giżycko (Port Royal) nach Węgorzewo | ganzer Segeltag | über Kisajno, Mamry und Święcajty; ohne Schleusen und Drehbrücke |
| Sztynort nach Węgorzewo | ein halber Tag | natürliche Zwischenetappe; über den Mamry nach Norden |
| Węgorzewo, Einfahrt über den Angerburger Kanal | kurze Einfahrt in die Stadt | der Kanal führt direkt zum Stadtkai |
Die Zeiten gebe ich grob an, denn alles hängt vom Wind ab. Unter Segeln bei gutem Wetter geht dir ein angenehmer Nachmittag drauf. Unter Motor, wenn der Wind auf die Nase dreht, rechne einen Puffer dazu. Plane so, dass du vor dem Abend in den Hafen einläufst, nicht im Dunkeln.
Wo anlegen
Der Hauptpunkt ist die städtische Ekomarina in Węgorzewo. Ein moderner Anleger am Kanal, mit Sanitäranlagen, Strom und Wasser. Hierher steuern die meisten Crews, die zur Übernachtung anlanden. Daneben gibt es entlang des Angerburger Kanals und in der Umgebung ein paar kleinere Anleger und Stege, auch bei Pensionen und Tavernen.
Ich drücke dir keine genaue Platzzahl oder Preise auf, denn das ändert sich von Saison zu Saison und zwischen den Anlegern. Im Juli und August, besonders am Wochenende, ruf an oder komm früher hin. Sogar hier, wo es entspannter ist als in Giżycko, können sich beliebte Stege am Nachmittag füllen. Der Rest der Route ist stärker überlaufen, Węgorzewo gibt dir also so oder so mehr Luft zum Atmen.
Das Festmachen in masurischen Häfen ist oft eng. Häufig legt man die Boote mit dem Heck zum Steg an, mit Anker oder Baum vom Bug. Wenn das nicht dein tägliches Brot ist, üb das Manöver vorher auf ruhigerem Wasser, bevor du bei starkem Seitenwind zwischen die Nachbarn fährst.
Was du an Land sehen solltest
Węgorzewo ist nicht nur ein Anleger. Geh von Bord und mach einen Spaziergang. Die Altstadt ist gemütlich, ohne den Giżycko-Lärm. Am Kanal und im Zentrum findest du Tavernen, einen lokalen Markt und die Atmosphäre einer kleinen masurischen Stadt, die nicht ausschließlich vom Tourismus lebt. Die Preise sind manchmal fairer als in den größten Kurorten der Route.
In der Umgebung schau dir die Gelände ehemaliger Anlagen und Spuren des einstigen Ostpreußens an, und wenn du die Natur magst, bieten der Angerburger Kanal selbst und die Ufer des Święcajty ruhige Ausblicke. Das ist eine gute Basis, um sich für einen Tag vom Segeln zu erholen, Vorräte aufzufüllen und weiterzuziehen oder nach Süden umzukehren.
Zum Vergleich von Atmosphäre und Infrastruktur stell Węgorzewo dem quirligen Giżycko gegenüber. Über diesen zweiten Hafen haben wir separat geschrieben, schau in den Guide zu Giżycko, Häfen und Sehenswürdigkeiten. Den Unterschied siehst du sofort: Giżycko ist das Herz der Route und der ganze Trubel, Węgorzewo ist ihr stilles nördliches Ende.
Für wen dieses Ziel ist
Węgorzewo empfehle ich Crews, die auf großem Wasser segeln wollen und nicht der Party bis zum Morgen hinterherjagen. Der Mamry unterwegs ist ein echtes Segelrevier. Wenn du aus der Flotte ein Boot hast, das Wind mag, zum Beispiel ein schnelles und wendiges Segelboot statt eines Motor-Hausboots, dann wirst du es dort spüren. Familien mit kleinen Kindern und Leute, die gerade erst segeln lernen, sollten dagegen die Vorhersage checken, denn auf dem offenen Mamry wird es bei Wind ernst. Dann ist es besser, zu verzichten und auf den ruhigeren, geschützten Revieren näher an Giżycko zu bleiben.
Häufige Fragen
Wie kommt man von Giżycko nach Węgorzewo? Du segelst nach Norden: vom Kisajno läufst du auf den Mamry-See aus, über Święcajty näherst du dich dem Angerburger Kanal und fährst durch ihn in die Stadt ein. Das ist ein ruhiger, ganzer Segeltag ohne Schleusen und Drehbrücke.
Lohnt sich die Fahrt nach Węgorzewo? Ja, wenn du Ruhe und großes Wasser suchst. Hier ist es deutlich entspannter als in Giżycko, und unterwegs hast du den Mamry, eines der besten Segelreviere in Masuren. Das ist das nördliche Ende der Route, weiter kommst du mit dem Segelboot nicht.
Wo legt man in Węgorzewo an? Der Hauptpunkt ist die städtische Ekomarina am Angerburger Kanal, mit Sanitäranlagen, Strom und Wasser. Entlang des Kanals und in der Umgebung gibt es auch ein paar kleinere Anleger. In der Hochsaison komm früher hin oder ruf an.
Was sollte man in Węgorzewo an Land sehen? Die gemütliche Altstadt, Tavernen am Kanal, den lokalen Markt und die Spuren des einstigen Ostpreußens. Das ist eine gute Basis für einen Erholungstag, zum Auffüllen der Vorräte und für einen ruhigen Spaziergang ohne Gedränge.
Titelbild: Bogdanfotograf — CC BY 3.0, via Wikimedia Commons



