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Toilette und Wasser auf der Charteryacht: wie das in Masuren funktioniert
Yachtcharter5 Min. Lesezeit

Toilette und Wasser auf der Charteryacht: wie das in Masuren funktioniert

Chemietoilette oder Seetoilette mit Tank, Leitungswasser, das nicht trinkbar ist, Dusche im Hafen und die eiserne Regel: nichts landet im See. Einfach erklärt zu Wasser und WC auf der Charteryacht für Einsteiger.

Das NaCzarter-Team

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Toilette und Wasser auf dem Charteryacht: wie es wirklich funktioniert

Zum ersten Mal auf einem Charter und du grübelst, wo man sich hier wäscht und was mit dem Klo ist? Ganz ruhig. Auf einer Charteryacht hast du an Bord eine Toilette (entweder eine Chemietoilette oder eine Seetoilette, die mit einer Handpumpe in einen Tank gespült wird) und Süßwasser aus dem Hahn, das über eine Pumpe aus dem Tank kommt. Aber dieses Leitungswasser trinkst du normalerweise nicht, und Fäkalien lässt du unter keinen Umständen in den See. Das sind die zwei Dinge, die du wissen musst, bevor du vom Steg ablegst. Der Rest sind Details, die ich dir gleich auseinandernehme.

Wenn du gerade erst anfängst, wirf auch einen Blick in unseren Ratgeber vor dem ersten Charter. Dort findest du all die anderen Sachen, nach denen die Leute vor einem Törn fragen.

Toilette an Bord: zwei Systeme

In Masuren triffst du hauptsächlich auf zwei Lösungen. Die erste ist eine Chemietoilette, so eine Kassette mit Chemie, die du herausziehst und im Hafen leerst. Die zweite, häufiger auf größeren Einheiten, ist eine Seetoilette mit Ventil und Fäkalientank, auf Englisch „holding tank". Sie wird mit einer Handpumpe an der Schüssel gespült. Ein paar Bewegungen auf und ab und die Sache ist erledigt.

Regel Nummer eins, heilig: In die Schüssel kommt nur das, was durch dich hindurchgegangen ist, plus Toilettenpapier in vernünftiger Menge. Keine Feuchttücher, keine Wattestäbchen, keine Binden. Pumpe und Ventile können davon verstopfen, und niemand will mitten im Törn das Fäkalienventil auseinanderschrauben. Glaub mir.

Wo man den Tank leert und warum nicht in den See

Der Fäkalientank wird im Hafen geleert, an der Absaugstation. Das ist so ein Punkt, an dem du einen Schlauch anschließt und der Tank in die Kanalisation geht. Größere Marinas haben das. In den See lässt du nichts, niemals. Masuren ist ein Schutzgebiet, und dasselbe Wasser, in das ein Schlaumeier seinen Tank entleeren würde, ist kurz darauf das Wasser, in dem deine Kinder baden. Außerdem ist es schlicht illegal und man zahlt für solche Aktionen ordentlich drauf.

Müll ist dasselbe Thema: Den nimmst du mit an Land in die Container im Hafen, nicht über Bord. Der See soll so bleiben, wie er war, als du hineingefahren bist.

Wasser am Hahn: da, aber vorsichtig

Süßwasser kommt aus dem Hahn aus dem Tank im Rumpf. Die Pumpe ist manchmal eine Fußpumpe (du drückst mit dem Fuß neben dem Waschbecken) oder eine elektrische (du drehst den Hahn auf und es läuft von selbst). Der Tank ist begrenzt. Das ist kein Hahn wie zu Hause, wo es endlos läuft. Du spülst Geschirr, wäschst dir die Hände, spritzt dir Wasser ins Gesicht und das war's. Wenn der Tank zur Neige geht, füllst du im Hafen mit dem Schlauch am Kai wieder auf.

Und das Wichtigste: Leitungswasser auf einer Charteryacht trinkt man normalerweise nicht. Tank und Installation sind nicht für Trinkwasser ausgelegt, es kann nach Plastik schmecken oder ein paar Tage in der Wärme gestanden haben. Zum Trinken und für Kaffee nimmst du Flaschenwasser. Du kaufst vor dem Törn einen Vorrat oder kaufst unterwegs in den Hafenläden nach.

Dusche: kommt darauf an, womit du unterwegs bist

Hier macht sich der Unterschied zwischen den Bootstypen bemerkbar. Eine warme Dusche an Bord haben meistens Hausboote, diese schwimmenden Häuser mit echtem Bad, Boiler und Druck. Wenn du Komfort nahe am Hotel willst, ist das deine Richtung, wir haben sie im kompletten Hausboot-Ratgeber beschrieben.

Auf kleineren Segelbooten gibt es an Bord meist keine Dusche oder nur eine symbolische (eine Schlauchdusche im Cockpit mit kaltem Wasser, zum Abspülen nach dem Baden). Du wäschst dich im Hafen, in den Sanitäranlagen. Fast jede ordentliche Marina hat Duschen und WC an Land, oft im Liegepreis inbegriffen oder für ein paar Złoty. Das ist ein ganz normaler Rhythmus eines masurischen Törns: Am Abend läufst du in den Hafen ein, duschst an Land, tankst Wasser und gehst dann zum gebratenen Fisch.

Alles in einer Tabelle

SystemWie es funktioniertWoran denken
WC (Toilette)Chemiekassette oder Seetoilette mit Tank, gespült mit einer HandpumpeNur Papier in vernünftiger Menge, keine Feuchttücher; im Hafen leeren
Wasser am HahnAus dem Tank, über Fuß- oder ElektropumpeNormalerweise NICHT trinkbar, zum Trinken Flaschenwasser; sparen, der Tank ist klein
DuscheWarm meist auf Hausbooten; auf Segelbooten in den Sanitäranlagen im HafenBei der Buchung prüfen, ob das jeweilige Boot eine Dusche an Bord hat
FäkalientankSammelt die Abwässer, wird an der Absaugstation geleertNIEMALS in den See; in einer Marina mit Absaugstation leeren

Ein paar Gewohnheiten, die das Leben erleichtern

Fülle Wasser nach und leere den Tank bei Gelegenheit. Wenn du sowieso über Nacht im Hafen liegst, mach beides gleich, damit du es nicht in Eile erledigen musst. Halte an Bord einen größeren Vorrat an Flaschenwasser bereit, als du glaubst zu verbrauchen, denn bei Hitze geht es schneller weg. Und denk daran, dass auch das Gas in der Flasche begrenzt ist. Koch mit Bedacht, lass den Brenner nicht im Leerlauf brennen.

Apropos Wasser im See: In heißen Sommern kommt es in Masuren zu Blaualgen. Bevor du für ein Bad über die Bordwand springst, lohnt es sich zu wissen, wie man sie erkennt, wir haben dazu einen eigenen Text über Blaualgen und sicheres Baden. Und wo du überhaupt bequem in einen Hafen mit voller Infrastruktur, Wasser und Sanitäranlagen einlaufen kannst, findest du in der Übersicht der besten Häfen und Marinas in Masuren.

Häufige Fragen

Kann ich das Leitungswasser auf der Yacht trinken? Besser nicht. Das Wasser aus dem Tank auf einer Charteryacht ist normalerweise nicht trinkbar. Es eignet sich zum Waschen und Spülen, aber zum Trinken und für Kaffee nimm Flaschenwasser.

Wo leere ich die Toilette? Im Hafen mit Absaugstation. Du schließt den Tank an den Absaugpunkt an und die Abwässer gehen in die Kanalisation. Eine Chemietoilette leerst du an der dafür vorgesehenen Stelle in der Marina.

Gibt es auf der Yacht eine Dusche? Auf Hausbooten meistens ja, mit warmem Wasser. Auf kleineren Segelbooten in der Regel nicht, du wäschst dich in den Sanitäranlagen im Hafen. Prüfe das bei der Buchung des konkreten Bootes.

Darf ich die Toilette entleeren oder das Waschwasser in den See kippen? Fäkalien? Niemals. Masuren ist ein Schutzgebiet, und der Tank wird ausschließlich an der Absaugstation geleert. Auch Müll nimmst du mit an Land. Den See lässt du sauber zurück.

Wie viel Wasser sollte ich für den Törn mitnehmen? Zum Trinken rechne mit Reserve, bei Hitze geht das Wasser schnell weg. Brauchwasser füllst du unterwegs in den Häfen nach, du musst den Tank also nicht die ganze Woche voll „herumfahren".

Titelbild: Sniper89 — CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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