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Nautiner 40 oder Sun Camper 35 Flybridge? Zwei große Hausboote ohne Führerschein
Yachtcharter6 Min. Lesezeit

Nautiner 40 oder Sun Camper 35 Flybridge? Zwei große Hausboote ohne Führerschein

Nautiner 40 und Sun Camper 35 Flybridge sind die zwei größten führerscheinfreien Hausboote unserer Flotte und zwei verschiedene Ideen für eine Woche in Masuren. Größe, Kabinen, Tiefgang, Flybridge und die reale Terminverfügbarkeit: Klartext ohne Geschwafel.

Das NaCzarter-Team

· Aktualisiert

6 Min. Lesezeit

Nautiner 40 oder Sun Camper 35? Die kurze Antwort

Den Nautiner 40 nimmst du, wenn Platz und Privatsphäre zählen: 12,7 m Länge, 3,7 m Breite, drei Kabinen, acht Personen. Den Sun Camper 35 Flybridge nimmst du, wenn du vom Dach aus steuern willst und leichter eine freie Woche bekommen möchtest: 10,6 auf 3,0 m, zwei Kabinen, sieben Personen, dafür fünf Einheiten in der Flotte. Beide fährst du ohne Führerschein. Beide haben einen flachen Boden und eine hohe Bordwand. Der Rest unterscheidet sich, und genau dieser Rest entscheidet, ob die Woche auf dem Wasser so wird, wie du sie dir vorgestellt hast.

Größe: diese zwei Meter machen wirklich den Unterschied

Auf dem Papier sieht der Unterschied harmlos aus. Der Nautiner misst 12,7 m bei 3,7 m Breite, der Sun Camper 10,6 m bei 3,0 m. In der Praxis ist das eine andere Innenraumklasse. Siebzig Zentimeter Breite verteilen sich über die ganze Länge, also sind die Durchgänge großzügiger, in die Messe passt tatsächlich die komplette Crew an einen Tisch, und in der Kabine kannst du dich umziehen, ohne dich zu verrenken.

Für diesen Platz zahlst du im Hafen. Ein breites Boot braucht mehr Wasser zum Drehen und verzeiht weniger, wenn du zwischen die Dalben fährst. Nichts Dramatisches, aber wenn du zum ersten Mal am Steuer sitzt, fühlst du dich auf dem Sun Camper sicherer, schlicht weil es weniger Boot ist.

Wenn du dir gerade erst einen Überblick verschaffst, fang mit dem kompletten Ratgeber zu Hausbooten in Masuren an. Dort steht die ganze Mechanik des Charterns, hier gehen wir in zwei konkrete Modelle rein.

Flybridge, und was sie wirklich bringt

Der Sun Camper 35 hat einen zweiten Steuerstand auf dem Dach. Klingt nach Spielerei, bis du das Boot zum ersten Mal von dort fährst. Du sitzt über dem Schilf, siehst die Einfahrt in die Bucht und den Verkehr auf dem Fahrwasser, bevor er dich einholt, und beim Manöver im Hafen schaust du auf beide Bordwände gleichzeitig, statt zu raten, wo dein Heck steht.

Ehrlich gesagt: Die Flybridge ist bei Sonne genial und bei Regen nutzlos. Bei kaltem Wind gehst du nach unten und steuerst wie auf jedem anderen Motorboot. Wenn du im Juli charterst und gern um sieben Uhr morgens mit einem Becher Kaffee oben sitzt, nutzt du sie täglich. Wenn du einen Termin im September nimmst, rechne nüchtern.

Der Nautiner 40 hat keine Flybridge. Du steuerst von einem Stand aus, das war's. Dafür hast du keinen Aufbau über dem Dach, die Silhouette des Bootes ist also niedriger.

Tiefgang und wilde Ufer

Der Nautiner sitzt 0,8 m tief im Wasser, der Sun Camper 0,6 bis 0,7 m. Beide Boote kommen dorthin, wo eine Segelyacht schon stark aufpassen muss. Das ist überhaupt einer der Hauptvorteile eines Hausboots und ein häufiger Grund, warum Leute vom Segeln umsteigen. Mehr dazu im Text Segelyacht oder Motoryacht in Masuren.

Aber diese paar Zentimeter können am wilden Ufer entscheiden. Du läufst eine Bucht an, der Grund steigt sanft an, und der Unterschied zwischen 0,6 und 0,8 m sind ein paar Meter näher am Ufer oder ein paar Meter weiter weg. In Masuren ist das selten kritisch. Einmal pro Woche erwischst du aber eine Stelle, an der das flachere Hausboot einfach hineinfährt und das tiefere ein Stück weiter draußen bleibt.

Bei der Gelegenheit die Erinnerung: Der Anker auf einem Charterboot ist eine Leine, keine Kette. In Häfen machst du an Dalben oder an einer Muring fest, und die Muring fischst du mit dem Bootshaken vom Heck aus und gehst mit ihr nach vorn zum Bug. Übernachten vor Anker nur in einer geschützten Bucht und mit Ankerlicht. Müll und Fäkalien gibst du im Hafen ab, das hier ist Schutzgebiet.

Verfügbarkeit, der praktischste Unterschied

Vom Nautiner 40 haben wir einen. Ein Boot, Baujahr 2019, liegt im Port Royal in Giżycko. Vom Sun Camper 35 Flybridge haben wir fünf, Baujahre 2022-2025.

Rechne das auf den Kalender um. Die Charterwochen laufen üblicherweise von Samstag zu Samstag, Hochsaison sind Juli und August. Auf einem Boot gibt es also so viele Termine, wie die Saison Samstage hat, und du konkurrierst darum mit Leuten, die im Januar buchen. Bei fünf Einheiten steigen die Chancen um ein Vielfaches. Wenn dein Urlaubstermin feststeht, ist der Sun Camper schlicht realistischer. Wenn du flexibel bist, lohnt es sich, um den Nautiner zu kämpfen. Außerhalb der Hochsaison gibt es auch kürzere Termine als eine Woche.

Eine Kleinigkeit, die man laut sagen muss: Die Motorleistungen unterscheiden sich zwischen den einzelnen Sun Campern, von 40 bis 115 PS. Es gibt keine einheitliche Zahl für alle fünf. Die konkrete Leistung prüfst du in der Beschreibung des Bootes, das du buchst. Der Nautiner hat 80 PS.

Wer wo schläft

Hier liegt der Kern der Entscheidung für eine größere Gruppe. Drei Kabinen auf dem Nautiner sind drei Paare hinter eigenen Türen. Bei voller Belegung schlafen zwei Personen trotzdem in der Messe, acht heißt also nicht „acht getrennte Schlafzimmer". Es heißt, dass sechs Personen ihren eigenen Bereich haben und niemand jemanden um sechs Uhr weckt.

Zwei Kabinen plus Messe auf dem Sun Camper ist eine andere Rechnung. Zwei Paare haben ihren Bereich, der Rest der Crew schläft im Salon. Das funktioniert super bei einer Familie mit Kindern oder bei einer Kumpeltruppe, der es egal ist, wer wo liegt. Schlechter funktioniert es bei drei Paaren, die sich kaum kennen.

Acht Personen gegen sieben ist nicht nur ein Platz mehr. Das ist der Unterschied zwischen „wir passen alle rein" und „einer muss zu Hause bleiben, oder wir nehmen ein zweites Boot".

Vergleichstabelle

ParameterNautiner 40 (2019)Sun Camper 35 Flybridge (2022-2025)
Länge12,7 m10,6 m
Breite3,7 m3,0 m
Tiefgang0,8 m0,6-0,7 m
Personenzahl87
Kabinen32
FlybridgeNeinJa
Motor80 PS40-115 PS, je nach Boot
FührerscheinNicht erforderlichNicht erforderlich
Anzahl in der Flotte15
HeimathafenPort Royal, GiżyckoPort Royal, Giżycko

Was beide nicht verzeihen

Hohe Bordwand und flacher Boden sind auf beiden Booten dieselbe Geschichte. Seitenwind packt die Bordwand wie ein Segel und versetzt dir beim Hafenmanöver den Bug schneller, als du reagieren kannst. Die Lösung ist banal und alle kennen sie, nur wenige wenden sie an: Du fährst langsam an, schaust, woher es weht, und stellst dich so, dass der Wind dich an den Platz drückt statt weg.

Die zweite Sache ist das große Wasser. Śniardwy und Mamry bauen bei starkem Wind eine kurze, steile Welle auf, und ein Hausboot wird auf so einer Welle ungemütlich. Man quert sie morgens oder gar nicht. Dazu haben die Drehbrücke in Giżycko und die Schleuse Guzianka Öffnungszeiten, die Route legst du also danach aus, nicht umgekehrt.

Und die formale Frage, die in jedem Gespräch wiederkommt: Keines dieser beiden Modelle verlangt einen Führerschein. Die Details der Vorschriften stehen im Text über das Hausboot ohne Führerschein in Masuren.

Welches für wen

Drei Paare oder eine Mehrgenerationenfamilie, acht Leute, die meisten wollen ihre eigene Tür: Nautiner 40, und du fängst entsprechend früh an, einen Termin zu suchen.

Eine Gruppe bis sieben Personen, zum ersten Mal am Steuer, Urlaub mitten in der Saison mit festem Termin, Lust, oben zu sitzen: Sun Camper 35 Flybridge.

Kleinere Crew, vier oder fünf Personen: dann ist das ohnehin die falsche Klasse. Schau dir die Stillo 30 und 31 an, für so eine Gruppe ist das die sinnvollere Wahl.

Häufige Fragen

Welches Hausboot für acht Personen? Der Nautiner 40. Der Sun Camper 35 hat sieben Plätze, und diese Zahl dehnt man nicht. Wenn ihr zu acht seid und in einer bestimmten Woche fahren müsst, in der der Nautiner belegt ist, ist es oft sinnvoller, zwei kleinere Boote zu nehmen, statt sich auf einem zu quetschen.

Bringt die Flybridge wirklich etwas? Im Juli und August meistens ja, weil die Sicht beim Manövrieren und das Vergnügen, von oben zu steuern, jeden Tag einen Unterschied machen. Außerhalb der Saison, bei Kälte und Regen, sitzt du unten und nutzt sie nur gelegentlich. Das ist eine Entscheidung nach Wetter, nicht nach Prestige.

Braucht man für eines der beiden einen Führerschein? Nein, für keines. Beide fährst du ohne Berechtigung. Vor dem Ablegen bekommst du vom Hafenmeister eine Einweisung auf dem Wasser, und das reicht, um in Ruhe loszufahren.

Welches ist im Hafen einfacher? Der Sun Camper, aus zwei Gründen zugleich: Er ist zwei Meter kürzer und siebzig Zentimeter schmaler, und die Flybridge gibt dir beim Anlegen an den Dalben den Blick auf beide Bordwände. Auch mit dem Nautiner lässt sich ohne Drama manövrieren, man muss ihm nur mehr Platz geben und langsamer anfahren.

Wo liegen sie und wie läuft das mit der Kaution? Beide Modelle liegen im Port Royal in Giżycko am Kisajno. Die Kaution ist erstattbar und wird vor Ort in bar abgerechnet, genauso wie die Pflichtgebühren, etwa die Endreinigung. Online zahlst du das nicht.

Titelbild: NaCzarter.pl (eigene Flotte)

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