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Tajty-See: Segelrevier-Guide und ein bequemer Törnstart bei Giżycko
Häfen & Marinas6 Min. Lesezeit

Tajty-See: Segelrevier-Guide und ein bequemer Törnstart bei Giżycko

Die Tajty liegen direkt westlich von Giżycko und sind für viele Crews nur ein Durchfahrtsrevier. Dabei ist es ein durchaus sinnvoller Startpunkt: vier Häfen, 41 unserer Boote, weniger Verkehr als im Zentrum und die Möglichkeit, ohne Warteschlange an der Drehbrücke nach Norden auszulaufen.

Das NaCzarter-Team

· Aktualisiert

6 Min. Lesezeit

Tajty: ein See, an dem mehr Boote liegen, als man denkt

Wenn du einen Startpunkt für deinen Törn nahe Giżycko suchst, aber ohne das Gedränge der Stadt, dann sind die Tajty die einfachste Antwort: Du legst in einem der vier Häfen ab, bist schnell auf offenem Wasser und die Warteschlange an der Drehbrücke bleibt dir am ersten Tag erspart. Bei uns liegen hier 41 Boote. Zum Vergleich: am benachbarten Kisajno sind es 114, auf dem Papier wirken die Tajty also überschaubar. Das täuscht allerdings. Boote gibt es reichlich, sie verteilen sich nur über die Ufer, statt in einem Becken mitten in der Stadt zusammengepfercht zu liegen.

Die meisten Crews kennen die Tajty vom Durchfahren. Man passiert sie auf dem Weg nach Süden oder Norden und behält vor allem den Kanal und die Tonnen im Kopf. Schade, denn als Startrevier hat dieses Gewässer ein paar Dinge zu bieten, die Giżycko schlicht nicht hat.

Lage am Revier und was daraus folgt

Die Tajty liegen direkt westlich von Giżycko und sind ein Knotenpunkt, keine Sackgasse. Über den einen Kanal geht es hinunter auf den Niegocin, über den anderen nach Norden Richtung Kisajno. Letzteres ist entscheidend. Führt dein Törn auf die Mamry, zu den nördlichen Seen oder nach Sztynort, musst du gar nicht erst ins Zentrum von Giżycko und auf die Öffnung der Drehbrücke warten. Du läufst aus und fährst deinen Weg.

In die andere Richtung funktioniert es genauso gut. Der Niegocin liegt einen Kanal entfernt, und von dort öffnet sich der gesamte südliche Teil des Reviers: Niegocin, weiter der Boczne, dann der Jagodne und die Strecke Richtung Mikołajki. Der erste Tag ab den Tajty ist kein Tag, der fürs Rauskommen aus der Stadt draufgeht.

Charakter des Reviers: Ufer, Buchten, weniger Verkehr

Die Tajty sind stark gegliedert. Das Ufer springt vor und zurück, es gibt Stellen, an denen man kurz festmachen, essen und schauen kann. Der Verkehr ist spürbar geringer als auf dem Niegocin an einem Julimittag, denn hier fährt niemand Rennen quer über den See. Die meisten Boote bewegen sich zwischen den Häfen und den Kanaleinfahrten.

Für eine Crew, die zum ersten Mal am Ruder eines Hausboots sitzt, hat das konkreten Wert. Die ersten Manöver fährst du auf Wasser, auf dem dir nicht drei andere Boote im Nacken sitzen, die denselben Platz an der Kaimauer wollen. Anfänger bekommen hier einen ruhigeren ersten Tag als die Crews, die aus dem vollen Zentrum starten, und man sieht es daran, wie ihr erstes Anlegemanöver an den Dalben aussieht.

Ein Hausboot hat einen flachen Boden und hohe Bordwände. Beim Manövrieren fängt es Seitenwind wie ein Segel, das du gerade nicht gebrauchen kannst. Auf den Tajty gibt es Platz, das ohne Publikum zu üben.

Warum der Start ab Tajty bequemer sein kann als aus dem Zentrum von Giżycko

Fangen wir beim Auto an. Die Häfen an den Tajty liegen außerhalb der Innenstadt, das Abstellen des Wagens für eine Woche ist also schlicht einfacher als in der Stadt während der Saison. Dazu kommt die erste Stunde des Törns. Statt dich durch ein Becken voller Boote zu quetschen, läufst du aufs offene Wasser aus und klärt dort in Ruhe, wer steuert und wer die Leinen bedient.

Bleibt die Drehbrücke. Nach Norden umgehst du sie komplett. Nach Süden brauchst du sie ohnehin nicht. Und dann ist da noch etwas, das in keiner Preisliste steht. Die Bootsübernahme am Samstag in der Stadt bedeutet immer Gedränge: Die einen geben ab, die anderen übernehmen, alle wollen an denselben Steg. In einem kleineren Hafen ist derselbe Moment einfach entspannter.

Vier Häfen an den Tajty

HafenWoFür wen
Port Hotelu TajtyWilkasyCrews mit Kindern und alle, die vor dem Ablegen und nach der Rückkehr Hotelinfrastruktur in Reichweite haben wollen
Yacht Port Piękna GóraPiękna GóraTörns Richtung Kisajno, Mamry und Sztynort, ohne ins Zentrum zu fahren
Port Wronyan den TajtyWer Ruhe und weniger Betrieb bei der Bootsübernahme sucht
Port Konchaan den TajtyKleiner Start, kleinere Gruppen, entspannte erste Manöver

In jedem dieser Häfen liegen Boote unterschiedlicher Größe, von kompakten Einheiten bis zu großen Hausbooten ohne Führerschein. Das konkrete Boot prüfst du am Modellnamen, denn der sagt dir, wie viele Kabinen es hat, wie tief es geht und ob es eine Flybridge gibt. Die Motorleistungen können sich zwischen Exemplaren desselben Modells unterscheiden, frag also nach dem konkreten Boot, wenn dir das wichtig ist.

Wohin du kommst: ein Tag, ein Wochenende, eine Woche

An einem Tag hast du in ruhigem Tempo zwei sinnvolle Möglichkeiten. Nach Süden: durch den Kanal auf den Niegocin, über den Niegocin weiter Richtung Boczne, mit Übernachtung in einem Hafen unterwegs. Nach Norden: Übergang auf den Kisajno und Liegeplatz in einem der dortigen Häfen. Am Kisajno haben wir unter anderem Port Royal, also unsere Basis, daneben die Wasserstation Stranda und das Ferienzentrum Łabędzi Ostrów.

Ein Wochenende ergibt schon ein ordentliches Stück Revier. Der Klassiker: Samstag zum Boczne oder weiter, Sonntag Richtung Jagodne, Montag zurück. Wenn du einen fertigen Plan mit Zeiten willst, haben wir eine Dreitagesroute ausgearbeitet, die sich ohne Änderungen ab Tajty starten lässt.

Eine Woche reicht für einen Rundtörn. Süden bis Mikołajki und zurück, oder Norden über den Kisajno auf die Mamry und nach Sztynort. Dazu kommen die Übernachtungen in den Häfen, und bei der Planung hilft eine Liste, wo man unterwegs festmachen kann. Eine Sache gehört in den Kalender: Die Schleuse Guzianka und die Drehbrücke in Giżycko haben feste Öffnungszeiten. Die Route richtet sich danach, nicht umgekehrt.

Westwind und andere Dinge, die du prüfen solltest

Bei Wind aus Westen wird der Niegocin ungemütlich, denn der Wind nimmt über die Seelänge Fahrt auf und die Welle erreicht das Ostufer schon ausgewachsen. Das Auslaufen aus den Tajty ist dann leicht, die Rückkehr gegen den Wind deutlich weniger. Wenn du die Wahl hast, quere große offene Flächen morgens, solange es noch nicht mit voller Kraft weht. Auf Śniardwy und Mamry gilt dieselbe Regel doppelt. Dort wird die Welle kurz und steil, und bei starkem Wind fährt man dort einfach nicht.

Festgemacht wird in den Häfen an Dalben oder an Muringleinen. Die Muringleine fischt du mit dem Bootshaken am Heck auf und führst sie an der Bordwand entlang nach vorn zum Bug. Der Anker bleibt den freien Liegeplätzen in geschützten Buchten vorbehalten. Auf Charterbooten hängt daran eine Leine, keine Kette, gib sie also mit Gefühl. Beim Ankern über Nacht brennt das Ankerlicht.

Und eine Sache, über die in Masuren nicht diskutiert wird: Müll und Fäkalien werden in den Häfen entsorgt, gegrillt wird nur an ausgewiesenen Stellen. Das ist Schutzgebiet, und kontrolliert wird auch.

Häufige Fragen

Ist es von den Tajty weit nach Giżycko? Nein. Das sind benachbarte Gewässer, dazwischen liegt ein Kanal. Über Wasser rechnet man mit einigen Dutzend Minuten ruhiger Fahrt, über Land ist es eine kurze Strecke. Praktisch heißt das: Versorgung und Infrastruktur der Stadt sind in Reichweite, aber du liegst nicht mittendrin.

Ist das ein guter Ort für den ersten Törn? Ja, und das ist eines der besseren Argumente für die Tajty. Weniger Verkehr, mehr Platz für die ersten Anlegemanöver und kein Warteschlangendruck an der Drehbrücke in der ersten Stunde. Der erste Tag wird dadurch ruhiger, und der entscheidet meist darüber, wie sich die Crew den Rest der Woche fühlt.

Wo lässt man das Auto? In der Regel auf dem Gelände des Hafens, in dem du das Boot übernimmst. Regeln und Kosten unterscheiden sich von Hafen zu Hafen, frag also bei der Buchung nach und sag gleich, wie viele Autos kommen. Vor Ort werden auch die Kaution und die Pflichtgebühren abgerechnet, in bar, nicht online.

Beginnt der Törn immer samstags? In der Hochsaison üblicherweise ja, weil die gesamte Flottenrotation auf Samstag ausgelegt ist. Außerhalb der Hochsaison gibt es auch kürzere und anders gelegte Termine, wenn dir also ein Start mitten in der Woche wichtig ist, frag nach dem konkreten Datum.

Lässt sich von hier aus in einer Woche ein Rundtörn machen? Ja, und ohne Hetze. Eine Woche reicht in Ruhe für die südliche Runde in die Gegend von Mikołajki oder für einen Abstecher nach Norden über den Kisajno auf die Mamry. Plane einen Reservetag ein, denn das Wetter erzwingt ihn früher oder später ohnehin.

Titelbild: Birczanin — CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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